Alle Biographien Richard Wagners heben den Geiger, Komponisten und Publizisten Theodor Uhlig (1822-1853) als einen der treuesten Freunde hervor. Wer aber war dieser Uhlig eigentlich? Auf diese Frage Antworten zu finden, ist schwer. Auskünfte über ihn findet man lediglich in regionalen Forschungen in Wurzen, seinem Geburtsort, oder in Arbeiten zu seiner Publizistik in der Neuen Zeitschrift für Musik. Ansonsten herrscht Schweigen.
In ihrem Vortrag wird sich die Sprecherin und Publizistin Steffi Böttger Theodor Uhlig, dem „Freund in der Heimat“ widmen, dem Komponisten zahlreicher, wenngleich kaum aufgeführter Werke, Mitglied der Dresdner Hofkapelle bis zu seinem frühen Tod mit nur 31 Jahren – einem versierten Musiker, der auch den ersten Klavierauszug des „Lohengrin“ erarbeitete. Ausführlich wird dabei auf die Rolle Wagners als älterem, inspirierendem und gleichzeitig forderndem Freund eingegangen, sowie auf die Übereinstimmung beider in Fragen ihrer Ablehnung jüdischer Musik, die jedoch aus ganz unterschiedlichen Quellen gespeist war.
Die Schauspielerin, Sprecherin und Autorin Steffi Böttger wurde in Leipzig geboren. Sie ist zudem ausgebildete Buchhändlerin. 1984 begann sie am Theater zu arbeiten und war bei der Spielgemeinde Leipzig, am Theater Döbeln und am Schauspiel Leipzig tätig. Seit 1994 ist sie freischaffend. Bereits seit 16 Jahren arbeitet sie als Sprecherin im Tonstudio der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig und hat mehr als 100 Hörbücher aufgesprochen. Seit 2000 tritt sie mit eigenen Programmen und Stücken in zahlreichen deutschen Städten und in der Schweiz auf. So entstanden Abende über Brigitte Reimann, Klara Schumann, Alma Mahler-Werfel, Elisabeth Förster-Nietzsche, Minna Wagner, Caroline Weber und Cosima Wagner. 2006 edierte sie im Lehmstedt Verlag, Leipzig, den Band »Im Geräusch der Zeit. Gesammelte Publizistik 1914–1933« von Hans Natoneks. 2008 folgte die Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Hans und Wolfgang Natonek.
