Richard Wagner Ortsverband Nürnberg

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Samstag, 25. April 2026, 15.00 Uhr:

Vortrag mit Herrn Rainer Fineske (Berlin)
„Marie d’Agoult – ein Leben zwischen Leidenschaft – Musik und Literatur“

Sie hören Klaviermusik von Frederic Chopin, am Flügel von Enrico Rizzo interpretiert

m Jahr 2026 gedenken wir Marie Gräfin d’Agoult – Mutter von Cosima Wagner – anlässlich ihres 150. Todestags. Im selben Jahr jährt sich der Tod Franz Liszts – Vater von Cosima Wagner – zum 140. Mal. Aus diesem Anlass widmen wir dem Leben beider berühmten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts einen Vortrag.

Der Vortrag von Herrn Rainer Fineske führt durch das Leben beider Protagonisten, der Schwerpunkt des Vortrages liegt aber auf der Lebensgeschichte der berühmten Gräfin Marie d’Agoult und soll dazu beitragen, sie wieder zu einem der Mittelpunkte der Familien Liszt und Wagner zu machen, in der ihr eindeutig ein herausgehobener Platz gebührt.

Marie de Flavigny wurde am 31.12.1805 in Frankfurt am Main als Tochter des französischen Aristokraten Alexander Victor François de Flavigny (1770–1819) und seiner Frau, Maria Elisabeth aus dem Bankhaus Bethmann (1772–1847) geboren. Väterlicherseits stammte Marie aus dem alten Adelsgeschlecht der Grafen de Flavigny, aus dem Burgund. Auf Grund verschiedener Vermögensregelungen kehrte die Mutter mit ihr für längere Zeit nach Frankfurt zur Familie Bethmann zurück. Dort lernt sie wie in Paris berühmte Persönlichkeiten der Weltgeschichte kennen. Es ist die große Zeit nach Napoleon mit rauschenden Ballnächten und Theaterbesuchen. Sie ist eine glänzende Partie, auch im finanziellen Sinne, mit zahlreichen Verehrern. Trotzdem willigt sie, wie zu der Zeit üblich, bewusst in eine Konvenienz-Heirat ein und macht mit dem Grafen Charles d’Agoult eine glänzende Partie. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor. 

Ab 1830 tritt Franz Liszt in ihr Leben, mit dem sie eine abenteuerliche Liaison beginnt und für fünf Jahre Paris und ihren Gatten verlässt. Im Oktober 1836 kehrt sie mit Franz Liszt nach Paris zurück und führt einen Salon mit Persönlichkeiten der Schönen Künste. Frederic Chopin widmet ihr 1837 seine Etüden, Opus 25. bevor Marie und Franz wieder nach Italien aufbrechen. Am Heiligabend 1837 erblickt ihre zweite Tochter Cosima in Como das Licht der Welt. 1839 beginnen sich die Wege der beiden wieder zu trennen, auch aus finanziellen Gründen. Ab jetzt steht das literarische Werk von Marie im Vordergrund und sie rechnet mit ihrem ersten autobiographischen Roman „Nelida“ mit ihrer Beziehung zu Franz Liszt unter dem Pseudonym Daniel Stern ab. Sie avanciert ab diesem Zeitpunkt zu einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Sie schreibt u.a. das dreibändige Werk „Die Geschichte der Revolution von 1848“ und es wird bereits 1851 und 1853 veröffentlicht, es gehört bis heute zu den Standartwerken der 1848er Revolution. Marie d’Agoult gehört zu den ersten Frauen Europas, die man mit Fug und Recht als emanzipiert bezeichnen kann. Sie starb in Paris völlig unerwartet am 05. März 1876 im Alter von 71 Jahren.

Rainer Fineske war 14 Jahre Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbands Berlin-Brandenburg und war von 2019 – 2024 Präsident des Richard-Wagner-Verbands International. Er ist seit 2019 Ehrenvorsitzender des RWV Berlin-Brandenburg.