Nachdem uns Rolf Stemmle im September in die Handlung der Oper und den historischen Hintergrund der Figur des Cola di Rienzo eingeführt hat, widmet sich Frank Piontek in seinem Vortrag einerseits der Musikdramaturgie und Musik der „Großen Oper“, andererseits dem historischen Hintergrund der Entstehungszeit. Er fragt, wie die Zeitgenossen auf die Oper geschaut haben bzw. wie sie sie hörten und was Wagner im Sinn hatte, als er die mittelalterliche Figur benutzte, um sie für seine Zeit zu adaptieren. Er stellt uns, mit Hilfe der einzigen kompletten Einspielung der Oper, die die Länge der Götterdämmerung aufweist, einige Höhepunkte des Werks vor, für die sich Wagner auch später nicht schämen musste.
Damit wird er einen Satz des Rienzi- und Wagner-Kenners Helmut Kirchmeyer bestätigen, der da lautet: „Aus der Rienzi-Musik sprach eine Kraft, die aufhorchen ließ.“ Auch mit Hilfe dieser Musik lässt sich die These beweisen, dass Wagner bereits um 1840 ein (fast) perfekter Musikdramatiker war, der eine so kraftvolle wie eigensinnige Oper zu schreiben wusste.
